Kaffee aus Äthiopien

Kaffee aus Äthiopien gehören zusammen wie Indien und Pfeffer. Oder Weißwurst nach Bayern.

Denn Äthiopien ist nicht nur die Wiege der Menschheit, sondern auch die Wiege des Kaffees. Sozusagen. Oder besser gesagt: Das Ursprungsland des Arabica-Kaffee- Baums. Selbst der Name Kaffee ist angelehnt an die Ursprungsregion Kaffa in Äthiopien.

Nach einer Legende sollen Hirten im Südwesten des Landes beobachtet haben, dass einige der Ziegen von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten naschten und danach bis spät in die Nacht hinein munter durch die Gegend sprangen. Als einer der Hirten selbst die Früchte probierte, registrierte auch er eine belebende Wirkung. Mönche eines nahegelegenen Klosters gingen den Erzählungen der Hirten nach, fanden die „kirschenartigen Früchte“, bereiteten daraus einen Aufguss und genossen in Zukunft die Wirkung. Sie konnten länger wach bleiben, beten, meditieren. Eine andere Legende besagt, dass einer der Hirten die Früchte kostete und sie angeekelt ins Feuer spuckte, was einen wunderbaren Duft entstehen ließ und die Idee des „Röstens“.

Wie auch immer es sich zugetragen hat: Wir sind Hirten und Mönchen sehr dankbar für ihre Entdeckung. ;-)

Bereits im 9.Jhdt. wurde Kaffee erstmals erwähnt.

Im 14. Jhdt. gelangten die Kaffeebohnen aus Äthiopien vermutlich durch Sklavenhändler nach Arabien. Wahrscheinlich wurde Kaffee jedoch erst ein Jhdt. später auch geröstet und gebrüht.  Der Anbau jedenfalls brachte Arabien eine Monopolrolle ein. Zentrum des Handels wurde die damalige Stadt Mokka. Im 16.Jhdt. eroberte der Kaffee Osmanien und Persien...und bereits 1511 entstanden in Mekka die ersten Kaffeehäuser für Liebhaber. Vor Allem Händler und Kaufleute begeisterten sich für das koffeinhaltige Getränk und nahmen die Bohnen mit in ihre Heimat. (Das Koffein wurde natürlich erst viel später, nämlich im 19.Jhdt. entdeckt).

Der Kaffee eroberte die Welt.

Aber das nur am Rande. Bleiben wir in Äthiopien.

In Äthiopien trinkt man nicht Kaffee. Man verehrt ihn...sein Genuss ist Zeremonie und Hingabe. Wer schon einmal in einem äthiopischen Restaurant gespeist hat, wird wissen, wie herrlich so eine traditionelle Kaffeesession ist. (Ich spreche von einem Restaurant in Deutschland, denn Äthiopien selbst gehört nicht unbedingt zu den meist gebuchten Reisezielen, nicht wahr?)

Der Kaffee wird nämlich selbst geröstet. Auf einem kleinen Feuer werden die noch grünen Kaffeebohnen so lange in einer Eisenpfanne geröstet, bis sie ein dunkles Braun erreichen. Dann werden sie gemahlen und gebrüht. Selbst das Einfüllen des Kaffees aus einer geschickten Höhe lässt einen andächtig lächeln.

Der Duft zieht durchs ganze Restaurant...und in Äthiopien durch jeden Haushalt...hinaus aus den Hütten und durch die kleinen Gassen. Fast JEDER bereitet hier so seinen Kaffee zu und man braucht nicht viel Phantasie, um sich den Geruch vor Ort vorzustellen, nicht wahr?

Die Hälfte des angebauten Kaffees- so sagt man zumindest- wird in dem Land selbst konsumiert. Trotzdem gehört Äthiopien zu den Großen der Kaffee- Exportländer. (Rang 6). Und auch der größte Teil der Menschen, die dort leben, arbeiten auf einer der Farmen... Wobei „Farmen“ nicht ganz passt, es handelt sich eher um Kaffeegärten. Denn: Angebaut wird der Kaffee zu 98% von Kleinbauern auf Flächen, die oft nicht größer als 1 Hektar sind. Das heißt einerseits mühsame Handarbeit. Es heißt aber auch, dass den Pflanzen besondere Pflege und Sorgfalt zugutekommt. So werden im Gegensatz zur maschinellen Ernte immer nur die reifen Früchte geerntet. Das garantiert einen erstklassigen Kaffee.

Mit Durchschnittstemperaturen zwischen 18-22°C herrschen ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau. In den Waldgärten des Hochlandes gedeihen feinste Arabica- Bohnen mit einem unverwechselbaren Aroma. Beschrieben wird er mal fachmännisch klar, mal poetisch. Von einem weichen, würzig- fruchtigen Aroma und feiner Säure ist da die Rede, blumig- süßlichen Noten, milden Schokoladenaromen und einer leichten, pikanten Schärfe... Wie auch immer:  Er zählt zu den besten der Welt.

Unsere Bohnen stammen aus dem roten, fruchtbaren Boden der Region Sidamo, südlich der Hauptstadt Ades Abeba. Haupterntezeit sind die Monate Oktober bis April. Wenn sich dann die Kaffeekirschen hellrot färben muss alles ganz schnell gehen. Innerhalb von 2 Tagen sollten sie geerntet werden, damit sie nicht unnötig austrocknen. Und wenn sie erst einmal gepflückt sind bleiben den Bauern 12 Stunden Zeit, um die Bohnen zum Entpulpen zu bringen. Damit ist das Trennen der Schale und des Fruchtfleisches von der Bohne gemeint. In der Region Sidamo geschieht das mit Wasser in einer Maschine, in der die Bohnen gegen ein feststehendes Messer oder eine Scheibe gedrückt werden. Die Herausforderung besteht darin, dabei nicht die Pergamenthaut der Früchte zu beschädigen. Darum müssen die Maschinen genau auf die Größe der Früchte eingestellt sein und die Bohnen gleichmäßig groß sein.

Entpulpen, Fermentieren, Waschen, Trocknen, Schälen, Polieren, Sortieren...nicht zu vergessen die lange Reise....Bis die Bohnen tatsächlich frisch geröstet unsere Rösterei in Himmelpfort verlassen, um ihre Nase schon beim Öffnen des Päckchens zu begeistern...Sie ahnen es: Braucht es viel Zeit und Hingabe.

Genießen Sie diesen wunderbaren Kaffee darum noch ein klitzekleines bissl mehr als sonst.

Herzlichst...

Das Team Himmelpfort

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